Fahrerlaubnis Klasse D1

  

Allgemeines

Wer auf öffentlichen Straßen ein Kraftfahrzeug führt, bedarf der Erlaubnis (Fahrerlaubnis) der zuständigen Behörde (Fahrerlaubnisbehörde). Die Fahrerlaubnis ist durch eine amtliche Bescheinigung (Führerschein) nachzuweisen. StVG § 2 (1)

Eine Fahrerlaubnis der Klasse D1 darf nur erteilt werden, wenn der Bewerber bereits die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzt oder die Voraussetzungen für deren Erteilung erfüllt hat. FeV § 9 (1)

 

   

Anmeldung bei der Fahrschule

Die Erteilung einer Fahrerlaubnis kann frühestens sechs Monate vor Erreichen des für die jeweilige Fahrerlaubnisklasse vorgeschriebenen Mindestalters bei der nach Landesrecht zuständigen Behörde beantragt werden. FeV § 21 (4)

   
Für die Anmeldung bei der Fahrschule benötigt man:

einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
den Führerschein (bei Erweiterung einer Fahrerlaubnis)

 
Den Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis erhält man von der Fahrschule und er sollte umgehend bei der zuständigen Behörde (Hauptwohnsitz) abgegeben werden.

 

   

Antrag auf Erteilung der Klasse D1

Der Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis ist bei der nach Landesrecht zuständigen Behörde oder Stelle oder der Fahrerlaubnisbehörde schriftlich oder in elektronischer Form zu stellen. Der Bewerber hat auf Verlangen dieser Behörden oder Stellen persönlich zu erscheinen. FeV § 21 (1)

Die Erteilung einer Fahrerlaubnis kann frühestens sechs Monate vor Erreichen des vorgeschriebenen Mindestalters bei der nach Landesrecht zuständigen Behörde beantragt werden. FeV § 21 (4)

   
Für den Antrag auf Erteilung der Klasse D1 benötigt man:

das Antragsformular (erhält man von der Fahrschule)
einen gültigen Personalausweis oder Reisepaß
ein aktuelles biometrisches Lichtbild
ein augenärztliches Gutachten (darf bei Antragstellung nicht älter als zwei Jahre sein)
eine Schulung in erster Hilfe (entfällt bei Erweiterung einer Fahrerlaubnis)
ein Führungszeugnis

 
Die Bearbeitung des Antrags durch die Fahrerlaubnisbehörde dauert in der Regel vier bis sechs Wochen.

 

   

Ausbildungsvertrag

Der Ausbildungsvertrag wird in der Regel für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen und endet mit der bestandenen Fahrerlaubnisprüfung, in jedem Fall nach Ablauf von sechs bzw. zwölf Monaten seit Abschluß des Vertrages. AGB Fahrschulen

Der Ausbildungsvertrag kann vom Fahrschüler jederzeit (ohne Angaben von Gründen) gekündigt werden. AGB Fahrschulen

 

   

Fahrerlaubnis

Eine Fahrerlaubnis der Klasse D1 darf nur erteilt werden, wenn der Bewerber bereits die Fahrerlaubnis der Klasse B besitzt oder die Voraussetzungen für deren Erteilung erfüllt hat. FeV § 9 (1)

Die Fahrerlaubnis der Klasse D1 wird längstens für fünf Jahre erteilt. FeV § 23 (1)

Die Geltungsdauer der Fahrerlaubnis der Klasse D1 wird auf Antrag des Inhabers um fünf Jahre verlängert. FeV § 24 (1)

Ist der Bewerber nur bedingt zum Führen von Kraftfahrzeugen geeignet, kann die Fahrerlaubnisbehörde die Fahrerlaubnis soweit wie notwendig beschränken oder unter den erforderlichen Auflagen erteilen. Die Beschränkung kann sich insbesondere auf eine bestimmte Fahrzeugart oder ein bestimmtes Fahrzeug mit besonderen Einrichtungen erstrecken. FeV § 23 (2)

 

  

Fahrschulwechsel

Der Ausbildungsvertrag kann vom Fahrschüler jederzeit, ohne Angaben von Gründen, gekündigt werden. AGB Fahrschulen

Wird die Ausbildung nicht abgeschlossen, sind dem Fahrschüler die durchlaufenen Ausbildungsteile schriftlich zu bestätigen. FahrschAusbO § 6 (2)

 

   

Fremdsprachen

Die theoretische Prüfung ist in deutscher Sprache abzulegen und erfolgt anhand von Fragen. FeV (Anlage 7) 1.3

Die theoretische Prüfung kann in folgenden Fremdsprachen abgelegt werden: Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Kroatisch, Spanisch, Türkisch und Hocharabisch. FeV (Anlage 7) 1.3

Bei Prüfaufträgen, die ab dem 12.10.2013 bei der Technischen Prüfstelle eingehen, muss die Prüfung zwingend in deutscher Sprache durchgeführt werden, sofern keine Fremdsprache im Prüfauftrag angegeben ist. Dies hat zur Folge, dass der Bewerber die Fremdsprache nicht mehr am Tag der Prüfung wahlweise ändern kann; auch nicht von einer genehmigten Fremdsprache in die deutsche Sprache. Die Prüfung ist in der angegebenen Sprache abzulegen. Eine Änderung ist nur über die Führerscheinstelle möglich. TÜV Rheinland Kraftfahrt GmbH

Diese Verfahrensweise wurde durch Erlaß Nr: lll B 2-21-02/4.2.4 vom 22. Juli 2013 durch das Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW festgelegt.

 

   

Führerschein

Die Gültigkeit der ab dem 19. Januar 2013 ausgestellten Führerscheine ist auf 15 Jahre befristet. Die Vorschriften des § 23 Absatz 1 bleiben unberührt. FeV § 24a (1)

Nach Ablauf der Frist muss der Führerschein bei der zuständigen Behörde nur neu beantragt werden. Eine erneute Ausbildung und Prüfung ist nicht erforderlich.

Der Führerschein ist beim Führen von Kraftfahrzeugen mitzuführen und zuständigen Personen auf Verlangen zur Prüfung auszuhändigen. FeV § 4 (2)

 

   

Mindestalter

Das Mindestalter für die Erteilung der Fahrerlaubnis Klasse D1 beträgt:

21 Jahre

18 Jahre
für Personen während oder nach Abschluss einer Berufsausbildung nach dem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf "Berufskraftfahrer/Berufskraftfahrerin", dem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf "Fachkraft im Fahrbetrieb" oder einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf, in dem vergleichbare Fertigkeiten und Kenntnisse zur Durchführung von Fahrten mit Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Straßen vermittelt werden. FeV § 10 (1)

 

   

Neuerteilung der Klasse D1

Für die Neuerteilung einer Fahrerlaubnis nach vorangegangener Entziehung oder nach vorangegangenem Verzicht gelten die Vorschriften für die Ersterteilung. Eine erneute theoretische und praktische Ausbildung ist nicht erforderlich. FeV § 20 (1)

Fahrerlaubnisbehörde ordnet eine Fahrerlaubnisprüfung an, wenn Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, dass der Bewerber die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten nicht mehr besitzt. FeV § 20 (2)

Bestehen Zweifel an der Eignung des Antragstellers, kann die Fahrerlaubnisbehörde auch jederzeit eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) anordnen. FeV § 20 (3)

Der Antrag auf Erteilung einer Fahrerlaubnis ist bei der zuständigen Behörde (Hauptwohnsitz) schriftlich zu stellen. Das persönliche Erscheinen des Antragstellers ist erforderlich. FeV § 21 (1)

 

   

Praktische Ausbildung

Mit der praktischen Ausbildung kann sofort nach der Anmeldung bei der Fahrschule begonnen werden. Man muß nicht warten, bis man alle Unterlagen für den Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis Klasse D1 zusammen hat.


Fahrstunden und Sonderfahrten Klasse D1
Bei Erweiterung der Klasse C (mehr als 2 Jahre) auf die Klasse D1 müssen mindestens 6 Fahrstunden, 4 Überlandfahren, 2 Autobahnfahrten und 2 Nachtfahrten gemacht werden.

Bei Erweiterung der Klasse C (bis 2 Jahre) auf die Klasse D1 müssen mindestens 8 Fahrstunden, 8 Überlandfahren, 4 Autobahnfahrten und 4 Nachtfahrten gemacht werden.

Bei Erweiterung der Klasse B oder C1 (mehr als 2 Jahre) auf die Klasse D1 müssen mindestens 16 Fahrstunden, 8 Überlandfahren, 4 Autobahnfahrten und 4 Nachtfahrten gemacht werden.

Bei Erweiterung der Klasse B oder C1 (bis 2 Jahre) auf die Klasse D1 müssen mindestens 19 Fahrstunden, 12 Überlandfahren, 12 Autobahnfahrten und 7 Nachtfahrten gemacht werden. FahrschAusbO (Anlage 5)

 
Nach Abschluss der Ausbildung hat der Inhaber der Fahrschule oder der verantwortliche Leiter des Ausbildungsbetriebes dem Fahrschüler eine Bescheinigung  über die durchgeführte praktische Ausbildung auszustellen. Wird die Ausbildung nicht abgeschlossen, sind dem Fahrschüler die durchlaufenen Ausbildungsteile schriftlich zu bestätigen. FahrschAusbO § 6 (2)

 

  

Praktische Prüfung

Die praktische Prüfung darf erst nach Bestehen der theoretischen Prüfung und frühestens einen Monat vor Erreichen des Mindestalters abgenommen werden. FeV § 17 (1)

  
Für die praktische Prüfung benötigt man:
einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
die Ausbildungsbescheinigung der Fahrschule über die praktische Ausbildung
den Führerschein (bei Erweiterung einer Fahrerlaubnis)
Brille falls erforderlich nicht vergessen

 
Die Prüfungsdauer für die Klasse D1 beträgt mindestens 75 Minuten. FeV (Anlage 7) 2.3

Eine nicht bestandene Prüfung darf nicht vor Ablauf eines angemessenen Zeitraums (in der Regel nicht weniger als zwei Wochen) wiederholt werden. Bei einem Täuschungsversuch beträgt die Frist mindestens sechs Wochen und die Prüfung gilt als nicht bestanden. FeV § 18 (1)

 

 

Probezeit

Bei erstmaligem Erwerb einer Fahrerlaubnis wird diese auf Probe erteilt. Die Probezeit dauert zwei Jahre vom Zeitpunkt der Erteilung an. StVG § 2a (1)

Die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre, wenn die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet worden ist. Die Probezeit verlängert sich außerdem um zwei Jahre, wenn die Anordnung nur deshalb nicht erfolgt ist, weil die Fahrerlaubnis entzogen worden ist oder der Inhaber der Fahrerlaubnis auf sie verzichtet hat. StVG § 2a (2a)

Die Probezeit wird nur bei erstmaliger Erteilung einer Fahrerlaubnis erteilt. Bei Erweiterung einer Fahrerlaubnis innerhalb der Probezeit erhält man für die neue Fahrerlaubnis keine neue Probezeit.

 

   

Prüfauftrag

Liegen alle Voraussetzungen für die Erteilung der Klasse D1 vor, hat die Fahrerlaubnisbehörde den TÜV mit der Prüfung zu beauftragen. FeV § 22 (3)

Der TÜV soll den Prüfauftrag an die zuständige Fahrerlaubnisbehörde zurückgeben, wenn die theoretische Prüfung nicht innerhalb von zwölf Monaten nach Eingang des Prüfauftrags bestanden ist oder wenn die praktische Prüfung nicht innerhalb von zwölf Monaten nach Bestehen der theoretischen Prüfung bestanden ist. FeV § 22 (5)

 

  

Prüfprotokoll

Hat der Bewerber die Prüfung nicht bestanden, so hat ihn der Sachverständige oder Prüfer bei Beendigung der Prüfung unter kurzer Benennung der wesentlichen Fehler hiervon zu unterrichten und ihm ein Prüfprotokoll auszuhändigen. FeV (Anlage 7) 2.6

 

   

Punktestand

Seinen aktuellen Punktestand kann man jederzeit kostenlos beim Kraftfahrtbundesamt (KBA.de) schriftlich anfordern. Man kann seinen Punktestand auch persönlich beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg, Fördestraße 16 erfragen. Dafür braucht man einen gültigen Personalausweis oder den Reisepass.

 

  

Schulung in Erster Hilfe

Bewerber um eine Fahrerlaubnis müssen an einer Schulung in Erster Hilfe teilnehmen, die mindestens neun Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten umfasst. Die Schulung soll dem Antragsteller durch theoretischen Unterricht und durch praktische Übungen gründliches Wissen und praktisches Können in der Ersten Hilfe vermitteln. FeV § 19 (1)

Bei Erweiterung oder Neuerteilung einer Fahrerlaubnis ist auf einen Nachweis zu verzichten, wenn der Bewerber zuvor bereits an einer Schulung in Erster Hilfe teilgenommen hat. FeV § 19 (2)

 

   

Sehtest

Bewerber um die Erteilung oder Verlängerung einer Fahrerlaubnis der Klasse D1 haben sich einer Untersuchung des Sehvermögens nach Anlage 6 Nummer 2 zu unterziehen und hierüber der Fahrerlaubnisbehörde eine Bescheinigung des Arztes nach Anlage 6 Nummer 2.1 oder ein Zeugnis des Augenarztes nach Anlage 6 Nummer 2.2 einzureichen. FeV § 12 (6)

Sehtestbescheinigung, Zeugnis oder Gutachten dürfen bei Antragstellung nicht älter als zwei Jahre sein. FeV § 12 (7)

 

  

Theoretische Ausbildung

Mit dem theoretischen Unterricht kann jederzeit nach der Anmeldung bei der Fahrschule begonnen werden. Man muß nicht warten bis man alle Unterlagen für den Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis Klasse D1 zusammen hat.


Grundstoff
Der Umfang des allgemeinen Teils (Grundstoff) beträgt mindestens 6 FahrschAusbO § 4 (3)

Zusatzstoff Klasse D1
Die Mindestdauer des klassenspezifischen Teils beträgt mindestens 10 Doppelstunden. FahrschAusbO (Anlage 2.5)

 
Nach Abschluss der Ausbildung hat der Inhaber der Fahrschule oder der verantwortliche Leiter des Ausbildungsbetriebes dem Fahrschüler eine Bescheinigung  über die durchgeführte theoretische Ausbildung auszustellen. Wird die Ausbildung nicht abgeschlossen, sind dem Fahrschüler die durchlaufenen Ausbildungsteile schriftlich zu bestätigen. FahrschAusbO § 6 (2)

 

  

Theoretische Prüfung

Die theoretische Prüfung darf frühestens drei Monate vor Erreichen des Mindestalters abgenommen werden. FeV § 16 (3)

   
Für die theoretische Prüfung benötigt man:

einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
die Ausbildungsbescheinigung über die theoretische Ausbildung
Brille, falls erforderlich, nicht vergessen

 
Bei Erteilung der Klasse D1 müssen 35 Fragen aus dem Fragenkatalog beantwortet werden. Die zulässige Fehlerpunktzahl beträgt 10. Es sei denn, zwei Fragen mit Wertigkeit 5 werden falsch beantwortet. FeV (Anlage 7) 1.2.2

Eine nicht bestandene Prüfung darf nicht vor Ablauf eines angemessenen Zeitraums (in der Regel nicht weniger als zwei Wochen) wiederholt werden. Bei einem Täuschungsversuch beträgt die Frist mindestens sechs Wochen und die Prüfung gilt als nicht bestanden. FeV § 18 (1)

 

  

Die Klasse D1 berechtigt ab 19.1.2013 zum Führen von

Kraftfahrzeuge
ausgenommen Kraftfahrzeuge der Klassen AM, A1, A2, A, die zur Beförderung von nicht mehr als 16 Personen außer dem Fahrzeugführer ausgelegt und gebaut sind und deren Länge nicht mehr als 8 m beträgt und

Anhänger
mit einer zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 750 kg. FeV § 6 (1)

 

   

Wohnsitzregelung

Die Fahrerlaubnis ist für die jeweilige Klasse zu erteilen, wenn der Bewerber seinen ordentlichen Wohnsitz im Sinne des Artikels 12 der Richtlinie 2006/126/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Dezember 2006 über den Führerschein (ABl. L 403 vom 30.12.2006, S. 26) im Inland hat. StVG § 2 (2)

Eine Fahrerlaubnis darf nur erteilt werden, wenn der Bewerber seinen ordentlichen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland hat. Dies wird angenommen, wenn der Bewerber wegen persönlicher und beruflicher Bindungen oder - bei fehlenden beruflichen Bindungen - wegen persönlicher Bindungen, die enge Beziehungen zwischen ihm und dem Wohnort erkennen lassen, gewöhnlich, das heißt während mindestens 185 Tagen im Jahr, im Inland wohnt. FeV § 7 (1)

 

   

FAQ - Fragen und Antworten


Wie errechnet man die zulässige Gesamtmasse einer Fahrzeugkombination?
Die zulässige Gesamtmasse einer Fahrzeugkombination errechnet sich aus der Summe der zulässigen Gesamtmasse der Einzelfahrzeuge ohne Berücksichtigung von Stütz- und Aufliegelasten. FeV § 6 (1)

 

  

Fahrschule Henke l 2020