Aufbauseminar (ASF)

Das Aufbauseminar (ASF) ist für Fahranfänger in der Probezeit

 

Das Aufbauseminar für Fahranfänger in der Probezeit ist in Gruppen mit mindestens sechs und höchstens zwölf Teilnehmern durchzuführen. Es besteht aus einem Kurs mit vier Sitzungen von jeweils 135 Minuten Dauer in einem Zeitraum von zwei bis vier Wochen; jedoch darf an einem Tag nicht mehr als eine Sitzung stattfinden. FeV § 35 (1)

ASF ist die Abkürzung für das Aufbauseminar für Fahranfänger.

Bei erstmaligem Erwerb einer Fahrerlaubnis wird diese auf Probe erteilt; die Probezeit dauert zwei Jahre vom Zeitpunkt der Erteilung an. StVG § 2a (1)

 

 

1. Sitzung

 

Die erste Sitzung dauert 135 Minuten. FeV § 35 (1)

 

 

Fahrprobe

 

Die Fahrprobe dauert mindestens 30 Minuten. FeV § 35 (1)

 

 

2. Sitzung

 

Die zweite Sitzung dauert 135 Minuten. FeV § 35 (1) 

 

 

3. Sitzung

 

Die dritte Sitzung dauert 135 Minuten. FeV § 35 (1)

 

 

4. Sitzung

 

Die vierte Sitzung dauert 135 Minuten. FeV § 35 (1)

 

 

Anmeldung zum Aufbauseminar

 

Für die Anmeldung zum Aufbauseminar benötigt man folgende Unterlagen:

  • einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
  • die Anordnung der Fahrerlaubnisbehörde zur Teilnahme am Aufbauseminar
  • den Führerschein

Das Aufbauseminar muss nicht am Wohnort des Betroffenen gemacht werden.

 

 

Anordnung zur Teilnahme am Aufbauseminar

 

Ist gegen den Inhaber einer Fahrerlaubnis wegen einer innerhalb der Probezeit begangenen Straftat oder Ordnungswidrigkeit eine rechtskräftige Entscheidung ergangen, die in das Fahreignungsregister einzutragen ist, so hat, auch wenn die Probezeit zwischenzeitlich abgelaufen oder die Fahrerlaubnis widerrufen worden ist, die Fahrerlaubnisbehörde seine Teilnahme an einem Aufbauseminar anzuordnen und hierfür eine Frist zu setzen, wenn er eine schwerwiegende oder zwei weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen begangen hat. StVG § 2a (2)

Die Anordnung der Teilnahme an einem Aufbauseminar erfolgt schriftlich unter Angabe der Verkehrszuwiderhandlungen, die zu der Anordnung geführt haben. FeV § 34 (2)

Das Aufbauseminar kann nur einmal während der Probezeit angeordnet werden.

 

 

Einzelseminar

 

Auf Antrag kann die anordnende Behörde dem Betroffenen die Teilnahme an einem Einzelseminar gestatten. StVG § 2b (1)

Für die Durchführung von Einzelseminaren nach § 2b Absatz 1 des Straßenverkehrsgesetzes gelten die Absätze 1 und 2 mit der Maßgabe, dass die Gespräche in vier Sitzungen von jeweils 60 Minuten Dauer durchzuführen sind. FeV § 35 (3)

 

 

Fristsetzung durch die Fahrerlaubnisbehörde

 

Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde (Hauptwohnsitz) muß bei der Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar eine angemessene Frist setzen. FeV § 34 (2)

Ist der Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe einer vollziehbaren Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar in der festgesetzten Frist nicht nachgekommen, so ist die Fahrerlaubnis zu entziehen. StVG § 2a (3)

 

 

Fristverlängerung

 

Wenn man während der Frist verhindert ist (Urlaub, Krankheit, Auslandsaufenthalt usw.) sollte man das umgehend der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde mitteilen. In der Regel wird dann ist Frist verlängert. Zuständig ist immer die Behörde am Hauptwohnsitz.

 

  

Neuerteilung einer Fahrerlaubnis

 

Wurde die Fahrerlaubnis entzogen, weil der Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe nicht an einem Aufbauseminar teilgenommen hat, darf eine neue Fahrerlaubnis nur erteilt werden, wenn der Antragsteller nachweist, daß er an einem Aufbauseminar teilgenommen hat. StVG § 2a (5)

Der Antrag auf Neuerteilung einer Fahrerlaubnis muß bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde (Hauptwohnsitz) schriftlich gestellt werden. FeV § 73 (2)

 

  

Nichtteilnahme am Aufbauseminar

 

Wenn der Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe einer vollziehbaren Anordnung der zuständigen Behörde in der festgesetzten Frist nicht nachgekommen, so ist die Fahrerlaubnis zu entziehen. StVG § 2a (3)

Wurde die Fahrerlaubnis entzogen, weil der Inhaber einer Fahrerlaubnis auf Probe nicht an einem Aufbauseminar teilgenommen hat, darf eine neue Fahrerlaubnis nur erteilt werden, wenn der Antragsteller nachweist, daß er an einem Aufbauseminar teilgenommen hat. StVG § 2a (5)

 

 

Probezeitverlängerung

 

Die Probezeit verlängert sich um zwei Jahre, wenn die Teilnahme an einem Aufbauseminar angeordnet worden ist. Die Probezeit verlängert sich außerdem um zwei Jahre, wenn die Anordnung nur deshalb nicht erfolgt ist, weil die Fahrerlaubnis entzogen worden ist oder der Inhaber der Fahrerlaubnis auf sie verzichtet hat. StVG § 2a (2a)

 

   

Punkte

 

Seinen aktuellen Punktestand kann man jederzeit kostenlos beim Kraftfahrtbundesamt (KBA.de) schriftlich anfordern.

Man kann seinen Punktestand auch persönlich beim Kraftfahrtbundesamt (KBA) in Flensburg, Fördestraße 16 erfragen. Dafür braucht man einen gültigen Personalausweis oder den Reisepass.

 

  

Seminarleiter


Die Aufbauseminare für Fahranfänger in der Probezeit dürfen nur von Fahrlehrern durchgeführt werden, die Inhaber einer entsprechenden Erlaubnis nach dem Fahrlehrergesetz sind. StVG § 2b (2)

 

 

Seminarort

 

Das Aufbauseminar für Fahranfänger in der Probezeit muß nicht am Wohnort des Betroffenen gemacht werden. Eine Liste der Fahrschulen die Aufbauseminare durchführen, erhält man bei den Fahrerlaubnisbehörden der einzelnen Städte.

 

  

Teilnahmebescheinigung

 

Über die Teilnahme am Aufbauseminar ist vom Kursleiter eine Bescheinigung zur Vorlage bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde auszustellen. FeV § 37 (1)

Die Ausstellung der Teilnahmebescheinigung ist vom Kursleiter zu verweigern, wenn der Seminarteilnehmer nicht an allen Sitzungen des Kurses und an der Fahrprobe teilgenommen hat. FeV § 37 (2)

Die Teilnahmebescheinigung muß in der festgesetzten Frist bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde abgegeben werden. Ist das nicht der Fall, wird die Fahrerlaubnis entzogen. StVG § 2a (3)

 

  

Teilnahme am Seminar trotz Fahrverbot

 

Ist der Teilnehmer an einem Aufbauseminar nicht Inhaber einer Fahrerlaubnis oder unterliegt er einem rechtskräftig angeordneten Fahrverbot, so gilt hinsichtlich der Fahrprobe § 2 Abs. 15 entsprechend. StVG § 2b (3)

Wer zur Ausbildung, zur Ablegung der Prüfung oder zur Begutachtung der Eignung oder Befähigung ein Kraftfahrzeug auf öffentlichen Straßen führt, muss dabei von einem Fahrlehrer oder einem Fahrlehreranwärter im Sinne des Fahrlehrergesetzes begleitet werden. StVG § 2 (15)

 

  

Widerspruch / Klage

 

Widerspruch und Anfechtungsklage gegen die Anordnung des Aufbauseminars haben keine aufschiebende Wirkung. StVG § 2a (6)

 

  

Ziele des Aufbauseminars


In den Kursen sind die Verkehrszuwiderhandlungen, die bei den Teilnehmern zur Anordnung der Teilnahme an dem Aufbauseminar geführt haben zu diskutieren und daraus ableitend allgemein die Probleme und Schwierigkeiten von Fahranfängern zu erörtern. Durch Gruppengespräche, Verhaltensbeobachtung in der Fahrprobe, Analyse problematischer Verkehrssituationen und durch weitere Informationsvermittlung soll ein sicheres und rücksichtsvolles Fahrverhalten erreicht werden. Dabei soll inbesondere die Einstellung zum Verhalten im Straßenverkehr geändert, das Risikobewusstsein gefördert und die Gefahrenerkennung verbessert werden. FeV § 35 (2)

 

  

Schwerwiegende Zuwiderhandlungen

FEV (Anlage 12) zu § 34

 

Straftaten, soweit sie nicht bereits zur Entziehung der Fahrerlaubnis geführt haben:

Straftaten nach dem Strafgesetzbuch:
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (§ 142)
Fahrlässige Tötung (§ 222)
Fahrlässige Körperverletzung (§ 229)
Nötigung (§ 240)
Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr (§ 315b)
Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c)
Verbotene Kraftfahrzeugrennen (§ 315d Absatz 1 Nummer 2 und 3, Absatz 2, 4 und 5 StGB)
Trunkenheit im Verkehr (§ 316)
Vollrausch (§ 323a)
Unterlassene Hilfeleistung (§ 323c)

Straftaten nach dem Straßenverkehrsgesetz:
Führen oder Anordnung oder Zulassen des Führens eines Kraftfahrzeugs ohne Fahrerlaubnis, trotz Fahrverbots oder trotz Verwahrung, Sicherstellung oder Beschlagnahme des Führerscheins (§ 21)

Ordnungswidrigkeiten nach den §§ 24, 24a und § 24c des Straßenverkehrsgesetzes und weiterer straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften

Verstöße gegen die Vorschriften der Straßenverkehrs-Ordnung über:
das Rechtsfahrgebot (§ 2 Absatz 2)
die Geschwindigkeit (§ 3 Absatz 1, 2a, 3 und 4, § 41 Absatz 2, Anlage 3 zu § 42 Absatz 2)
den Abstand (§ 4 Absatz 1, Anlage 2 zu § 41 Absatz 1)
das Überholen (§ 5, Anlage 2 zu § 41 Absatz 1)
die Vorfahrt (§ 8 Absatz 2, Anlage 2 zu § 41 Absatz 2)
das Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren (§ 9)
die Pflichten des Fahrzeugführers bei stockendem Verkehr auf einer Autobahn oder Außerortsstraße in Bezug auf das Bilden einer vorschriftsmäßigen Gasse (§ 11 Absatz 2)
die Benutzung von Autobahnen und Kraftfahrstraßen (§ 2 Absatz 1, § 18 Absatz 2 bis 5, Absatz 7, Anlage 3 zu § 42 Absatz 2)
das Verhalten an Bahnübergängen (§ 19 Absatz 1 und 2, Anlage 1 zu § 40 Absatz 7, Anlage 2 zu § 41 Absatz 1)
das Verhalten an öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen (§ 20 Absatz 2, 3 und 4, Anlage 2 zu § 41 Absatz 1)
die sonstigen Pflichten des Fahrzeugführers in Bezug auf den Betrieb eines elektronischen Gerätes (§ 23 Absatz 1a)
das Verhalten an Fußgängerüberwegen (§ 26, Anlage 2 zu § 41 Absatz 1)
übermäßige Straßenbenutzung (§ 29)
das Verhalten an Wechsellichtzeichen, Dauerlichtzeichen und Zeichen 206 (Halt! Vorfahrt gewähren!) sowie gegenüber Haltzeichen von Polizeibeamten (§ 36, § 37 Absatz 2, 3, Anlage 2 zu § 41 Absatz 1)
das Verhalten bei blauem Blinklicht zusammen mit dem Einsatzhorn (§ 38 Absatz 1 Satz 2)

Verstöße gegen die Vorschriften der Fahrzeug-Zulassungsverordnung über:
den Gebrauch oder das Gestatten des Gebrauchs von Fahrzeugen ohne die erforderliche Zulassung (§ 3 Absatz 1) oder ohne dass sie einem genehmigten Typ entsprechen oder eine Einzelgenehmigung erteilt ist (§ 4 Absatz 1)

Verstöße gegen § 24a oder § 24c des Straßenverkehrsgesetzes (Alkohol, berauschende Mittel)

Verstöße gegen die Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung über:
das Befördern von Fahrgästen ohne die erforderliche Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung oder das Anordnen oder Zulassen solcher Beförderungen (§ 48 Absatz 1 oder 8)

Verstöße gegen die Vorschriften der Fahrerlaubnis-Verordnung über:
das Führen von Kraftfahrzeugen in Begleitung, wenn der Fahrerlaubnisinhaber entgegen einer vollziehbaren Auflage ein Kraftfahrzeug ohne Begleitung führt (Begleitetes Fahren ab 17 Jahre – § 48a Absatz 2)

 

 

Weniger schwerwiegende Zuwiderhandlungen

FEV (Anlage 12) zu § 34


Straftaten, soweit sie nicht bereits zur Entziehung der Fahrerlaubnis geführt haben:

Straftaten nach dem Strafgesetzbuch
Fahrlässige Tötung (§ 222)
Fahrlässige Körperverletzung (§ 229)Sonstige Straftaten, soweit im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr begangen und nicht in Abschnitt A aufgeführt

Straftaten nach dem Straßenverkehrsgesetz
Kennzeichenmissbrauch (§ 22)

Ordnungswidrigkeiten nach § 24 des Straßenverkehrsgesetzes, soweit nicht in Abschnitt A aufgeführt.

 

 

Fahrschule Henke l 2019